Darüber hinaus wird die bezahlte Ausbildungszeit auch durch Betriebsvereinbarungen von Arbeitgebern und Betriebsräten gewährt. Diese Form wird am häufigsten im öffentlichen Sektor und in großen Unternehmen umgesetzt. Die Arbeitszeit ist nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) auf der Grundlage der europäischen Regelung geregelt. Das ArbZG gilt nicht für Beamte (die durch Verordnungen des Bundeslaenders abgedeckt sind), Arbeitnehmer im Verkehrssektor (die durch andere nationale, europäische oder internationale Vorschriften abgedeckt sind), Arbeitnehmer in liturgischen Diensten (kirchenrechtlich) und Selbständige (keine Regelung). Das ArbZG kann über Tarifverträge und – unter der Bedingung einer Öffnungsklausel im Tarifvertrag – über Betriebsverträge ausgeschlossen werden. Ist weder ein Tarifvertrag noch ein Betriebsrat vorhanden, so kann sich der Arbeitgeber an die öffentliche Hand wenden, um von der ArbZG abzuweichen. Sie kann in dringenden Fällen gewährt werden. Am 1. Mai 2015 wurde ein neues Gesetz über den ausgewogenen Anteil von Frauen in Führungspositionen in Privatunternehmen und im öffentlichen Sektor verabschiedet. Das Gesetz, das seit dem 1. Januar 2016 in Kraft ist, sieht eine Frauenquote von 30 % in Aufsichtsräten vor.

Börsennotierte Unternehmen, die einer Paritätsmitbestimmungsverordnung unterliegen, müssen offene Stellen mit Frauen besetzen, bis die Quote erreicht ist. 2018 galt dies für rund 100 Unternehmen. Andere große Unternehmen, die entweder börsennotiert sind oder unter die Standard-Mitbestimmungsverordnung fallen, müssen Leitlinien für die Erreichung der Quote erarbeiten. Das Gesetz richtet sich auch an Unternehmen in öffentlichem Eigentum und sieht vor, dass diese Unternehmen ab 2018 50 % der Frauen in Führungspositionen haben sollen. Nach dem Gesetz über die Fortführung der Vergütung (EntgFG) ab 1994 ist der Arbeitgeber im Krankheitsurlaub verpflichtet, den vollen Lohn für bis zu sechs Wochen zu zahlen. Der Arbeitnehmer muss mindestens vier Wochen beschäftigt gewesen sein, und am dritten Tag des Krankheitsurlaubs muss er von einem Arzt die Arbeitsunfähigkeit nachweisen. Nach sechs Wochen deckt die Krankenversicherung 70% des Bruttogehalts bei Langzeitkrankheit (nach Sozialgesetzbuch V). Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses während eines Krankenstandes ist verboten, es sei denn, es wird ein rechtswidriges Verhalten festgestellt. Übersicht allgemein verbindliche Branchenmindestlöhne nach Tarifverträgen 2019 (in Euro): Tarifverträge haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, um neue Arbeitszeitregelungen zu regeln oder Möglichkeiten dafür auf Betriebsebene zu schaffen.