In Österreich gibt es je nach Woher Kommen zwei typische Bewerbungsfristen. Stellen Sie sicher, dass alle Ihre Dokumente vor diesen Terminen ankommen, da keine Verlängerungen akzeptiert werden (alles muss in Österreich pünktlich sein). Österreich – ein Land in Mitteleuropa – empfängt aufgrund seiner geographischen Lage, des historischen Erbes des Habsburgerreiches und der historischen politischen Turbulenzen in den benachbarten osteuropäischen Ländern (z. B. Ungarn, ehemalige Tschechoslowakei, ex-Jugoslawien) traditionell eine hohe Zahl von Asylsuchenden [3–6]. In den letzten Jahrzehnten galt Österreich als “bevorzugter Zufluchtsort und freundlicher Gastgeber” ([4], S. 529), obwohl seine Asylpolitik und der Zugang zum Arbeitsmarkt immer recht restriktiv waren [7]. Während 2015 die überwiegende Mehrheit der in Europa zuflucht suchenden Personen in Deutschland Asyl beantragen wollte (2015 erhielten fast eine halbe Million Asylanträge [8]), kam in diesem Jahr auch ein erheblicher Anteil nach Österreich. Insgesamt haben im Jahr 2015 88.098 Personen in Österreich Asyl beantragt [9]. Diese Zahl entspricht etwa 1 % der österreichischen Bevölkerung und fast 7 % aller Asylsuchenden in der EU im Jahr 2015, was sie zum viertgrößten Empfänger von Asylsuchenden in diesem Jahr machte [10]. Der Zustrom von Vertriebenen war im Sommer und Herbst am höchsten: Zwischen Juli und Dezember wurden rund 60.000 Asylanträge gestellt (S1-Datei). Die Theorie der gesunden Einwanderer [77, 78] besagt, dass es eine Selbstauswahl-Voreingenommenheit unter Einwanderern gibt, so dass sie in der Regel gesünder sind als ihre Landsleute, die sich nicht entschieden haben, ihr Herkunftsland zu verlassen, und auch gesünder als die Eingeborenen des Landes, in das sie einwandern wollen. Kohls [79] stellte fest, dass Opfer von Bürgerkrieg und Asylsuchende, die vor Gewalt und politischer Instabilität fliehen, weniger wahrscheinlich zu diesem Muster passen werden, weil die Motive für die Flucht vor Gewalt und Bürgerkrieg sehr unterschiedlich sind als die, die zu einer normalen wirtschaftlichen Einwanderung führen, und wahrscheinlich sogar die Zahl der ungesunden Migranten in der Bevölkerung erhöhen werden.

Dennoch scheinen die befragten Personen, die in die DiPAS-Stichprobe einbezogen wurden, bei sehr guter Gesundheit zu sein: Die meisten von ihnen berichteten von “guter” oder “sehr guter” Gesundheit (85 %), keine chronischen Gesundheitsprobleme (84 %) und in den letzten sechs Monaten aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeitsunfähig waren (83 %). Der Einsatz von arabisch- und farsi/Dari-sprechenden Interviewern und Dolmetschern trug dazu bei, Vertrauen aufzubauen und sicherzustellen, dass die Abschnitte, die den Zweck der Umfrage erläuterten, wirklich verstanden wurden (für die Forschung über die Beteiligung von Flüchtlingen am Forschungsprozess beziehen wir uns auf [57]). Die Befragten wurden im Laufe jedes Interviews immer wieder über den rein wissenschaftlichen Zweck von DiPAS beruhigt. Die Interviewer betonten systematisch, dass die Umfrage Teil eines unabhängigen akademischen Forschungsprojekts sei, das nicht mit staatlichen Institutionen zusammenhängt und den Asylantrag oder den Status der Befragten nicht beeinflussen würde (S2-Datei). Darüber hinaus wurden Informationsblätter in Englisch, Arabisch und Farsi/Dari in allen Einrichtungen vor den eigentlichen Interviewterminen verteilt, um das Forscherteam vorzustellen und den Zweck der Umfrage zu erläutern. Unter Berücksichtigung all dieser Maßnahmen urteilt das DiPAS-Team, dass die Befragten ausreichend über den Zweck ihrer Teilnahme an der Umfrage informiert wurden, eine besonders relevante Frage für Studien, in denen Interviewer und Befragte unterschiedliche nationale und kulturelle Hintergründe haben [42]. Wissenschaftler betonen, dass die Vorkenntnisse der Zielgruppe im Mittelpunkt stehen, insbesondere wenn keine Stichprobenrahmen verfügbar sind [30, 49]. Dementsprechend wurden vor der eigentlichen DiPAS-Erhebung im Rahmen der großen Zuflüsse im Jahr 2015 eingehende Sondierungsarbeiten zur Zuweisung von Vertriebenen auf Wohnheime in Österreich durchgeführt.